Sedumsprossen: Dachbegrünung leicht gemacht
Sedumsprossen sind abgeschnittene, beblätterte Triebe verschiedener Sedumarten. Sie werden auf einem geeigneten Substrat verteilt und können dort neue Wurzeln bilden. Auf diese Weise entwickelt sich bei geeigneten Bedingungen nach und nach eine flächige Sedumbepflanzung.
Sedumsprossen werden insbesondere zur Anlage extensiver Dachbegrünungen eingesetzt. Darüber hinaus eignen sie sich – abhängig von Standort und Untergrund – für ausgewählte Freiflächen, Steingärten und Trockenmauern.
Was sind Sedumsprossen?
Sedumsprossen werden von geeigneten Mutterpflanzen geschnitten und als Mischung verschiedener Sedumarten geliefert. Da es sich um ein lebendes Naturprodukt handelt, können Zusammensetzung, Farbe, Größe und Erscheinungsbild je nach Jahreszeit und Verfügbarkeit variieren.
Nach der Ausbringung bilden die Sprossen bei ausreichender Feuchtigkeit und gutem Kontakt zum Substrat neue Wurzeln. Die Geschwindigkeit des Anwuchses und die Entwicklung des Deckungsgrades hängen unter anderem von folgenden Faktoren ab:
Qualität und Beschaffenheit des Substrats
Ausbringungsmenge
Jahreszeit und Witterung
Wasserversorgung während der Anwuchsphase
Sonneneinstrahlung und Standort
anschließende Pflege
Sedumsprossen richtig ausbringen
Vor der Ausbringung muss die Fläche gleichmäßig vorbereitet und frei von unerwünschtem Aufwuchs sein. Das verwendete Substrat sollte wasserdurchlässig und für eine extensive Begrünung geeignet sein.
Die Sedumsprossen werden möglichst gleichmäßig auf der vorbereiteten Fläche verteilt und anschließend vorsichtig angedrückt. Dadurch wird der notwendige Kontakt zwischen den Pflanzentrieben und dem Substrat hergestellt.
Direkt nach dem Ausbringen muss die Fläche gründlich bewässert werden. Während der Anwuchsphase ist eine gleichmäßige und bedarfsgerechte Wasserversorgung erforderlich. Die Sprossen dürfen in dieser Zeit nicht vollständig austrocknen. Auch nach erfolgreichem Anwuchs kann bei längeren Trockenperioden eine zusätzliche Bewässerung notwendig sein.
Unterschiede gegenüber einer Aussaat
Bei einer Aussaat müssen die Samen zunächst keimen und anschließend Jungpflanzen bilden. Bei Sedumsprossen werden dagegen bereits entwickelte Pflanzentriebe ausgebracht, die auf der Fläche neue Wurzeln bilden können.
Dadurch unterscheidet sich der Entwicklungsverlauf beider Begrünungsmethoden. Wie schnell eine geschlossene Pflanzendecke entsteht, lässt sich jedoch nicht pauschal vorhersagen. Entscheidend sind insbesondere Ausbringungsmenge, Sedumarten, Substrat, Witterung und Pflege.
Unterschiede gegenüber Ballenpflanzen
Ballenpflanzen sind bei der Verlegung bereits bewurzelt und werden einzeln in das Substrat eingesetzt. Sedumsprossen werden flächig verteilt und bilden ihre Wurzeln erst nach der Ausbringung.
Welche Methode für ein Projekt geeignet ist, hängt unter anderem von der Größe der Fläche, dem gewünschten Anfangsbild, dem geplanten Pflanzkonzept, dem Ausführungstermin und den vorhandenen Pflegekapazitäten ab.
Geeigneter Zeitraum für die Ausbringung
Sedumsprossen sollten bei geeigneter Witterung ausgebracht werden. Frost, starke Hitze und längere Trockenperioden können den Anwuchs beeinträchtigen. Bei der Terminplanung sollten daher die regionalen Wetterbedingungen und die Möglichkeit einer zuverlässigen Bewässerung berücksichtigt werden.
Eine ganzjährige Ausbringung ist nicht grundsätzlich möglich. Bei ungünstigen Bedingungen sollte die Ausführung auf einen geeigneteren Zeitpunkt verschoben werden.
Pflege nach der Ausbringung
Während der Anwuchsphase sind regelmäßige Kontrollen besonders wichtig. Die Fläche muss abhängig von Witterung, Substrat und Pflanzenzustand bewässert werden. Unerwünschter Aufwuchs sollte frühzeitig entfernt werden.
Auch nach dem Anwachsen bleibt eine regelmäßige Pflege erforderlich. Dazu gehören insbesondere:
Kontrolle des Pflanzenbestandes
Entfernen unerwünschten Aufwuchses
Kontrolle der Dachabläufe und Entwässerung
bedarfsgerechte Bewässerung
angepasste Nährstoffversorgung
Art und Umfang der Pflege richten sich nach dem jeweiligen Standort, dem Dachaufbau, der Witterung und dem gewünschten Erscheinungsbild.
Fazit
Sedumsprossen ermöglichen die flächige Ausbringung verschiedener Sedumarten auf geeigneten Dach- und Freiflächen. Für einen erfolgreichen Anwuchs sind ein fachgerecht vorbereiteter Untergrund, ausreichender Kontakt zum Substrat, eine bedarfsgerechte Bewässerung und geeignete Witterungsbedingungen entscheidend.
Deckungsgrad, Pflanzenentwicklung und Erscheinungsbild können abhängig von Standort, Jahreszeit und Pflege variieren.